Ermittlung gegen Feuerwehrmann

Bei einem schweren Unfall auf der A3 bei Weibersbrunn (Landkreis Aschaffenburg) war die Feuerwehr mit dem Wasserstrahl gegen Gaffer vorgegangen. Dafür hatte sie viel Sympathie geerntet, es gab aber auch kritische Töne der Polizei. Trotzdem droht dem Feuerwehrmann, der spontan zum Löschrohr gegriffen hatte, derzeit kein Strafverfahren. Bislang habe keiner der betroffenen Lastwagenfahrer Strafanzeige gestellt, teilte die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg am 13. November 2017 mit. Außerdem sieht die Behörde allein wegen der Medienberichterstattung über den Vorfall aktuell keinen Anlass, ein Verfahren von Amts wegen einzuleiten. Auf den vorliegenden Bildern und Videoaufnahmen sei ersichtlich, dass die Gaffer “in der sehr langsam fahrenden Fahrzeugkolonne mit dem Schlauch mit geringem Spritzdruck besprüht worden” seien, hieß es. Das Wasser habe vor allem die geschlossenen Fenster der Beifahrerseite getroffen. Einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehrkönne die Behörde nicht erkennen.

Kritik an Wasser-Aktion

Zuvor hatte die Polizei die Aktion kritisiert, die “Mainpost” hatte gar berichtet, dem Feuerwehrmann drohe ein Strafverfahren. Er selbst hege große Sympathie für das Verhalten des Feuerwehrmannes, sagte der Würzburger Rechtsanwalt Hans-Erich Jordan, aber er halte ein Strafverfahren für wahrscheinlich. Der Feuerwehrmann hatte nach dem schweren Unfall mit drei Toten am 9. November 2017 rund zehn Lastwagen mit Wasser bespritzt, deren Fahrer Fotos und Videos machen wollten. Die Polizei hatte die jeweiligen Fahrer angehalten, Personalien festgestellt und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die spontane Aktion des Feuerwehrmanns hatte die Polizei zuvor kritisiert.